Schmöker des Monats

Schmöker des Monats Dezember“Wie kommt das Neue in die Welt?” mit dieser Frage im Gepäck haben sich schon viele auf die Suche nach der innovationsbringenden Methode gemacht und Ratgeber für Ratgeber verschlungen. Der Titel unseres “Schmöker des Monats” scheint sich auf den ersten Blick in die Rubrik der “How to”-Handbücher einzureihen – jedoch täuscht das gewaltig.

Gemeinsam mit seinen Autoren und Autorinnen widmet sich Hans Rudi Fischer einer wissenschaftlich fundierten Diskussion des “Neuen”, schafft Klarheit und Verwirrung zugleich und grenzt sich dadurch eindeutig von einer ergebnisorientierten Literatur ab. In diesem Werk finden sich keinerlei “How-to” – Anleitungen oder “Stein der Weisen” – Methoden, die Innovation versprechen, sondern Ansätze und insbesondere Fragestellungen, die eine Auseinandersetzung mit dem “Neuen” auf eine andere Ebene bringen. Wer kann “Neues” als solches beurteilen? Entscheidet darüber jeder individuell oder haben wir darüber einen allgemeingültigen Konsens darüber? Sorgt nur ein einsames Genie für Innovation oder entspringt es, wenn wir uns zusammentun? Und welche Rolle spielt eigentlich der Zufall?

Antworten oder Lösungen darauf werden nicht serviert – und das ist auch gut so. Wissenschaft & Praxis brauchen für Innovation weniger konkrete How-To-Anleitungen und dafür viel mehr Platz für Haltung.
 

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MVIS – Minimal Viable Innovation System

Der Wunsch nach Innovation und Strategie begegnet uns – logischerweise- überall in unserer täglichen Arbeit. Es ist ein treibendes Thema – auch für uns selbst in unseren verwegenen Hallen. Der Wunsch allein bleibt fromm und genügt nicht, denn die Herausforderung ist es, gelebte Innovation und Strategie im Alltag umzusetzen. Eine Voraussetzung dafür ist es, kontinuierlich die Haltung und Entwicklung der eigenen Vorgehensweise zu überprüfen und zu hinterfragen. Für die bestmöglichen Ergebnisse bei unseren Kunden,  begeben wir uns regelmäßig auf Basis unseres Minimal Viable Innovation Systems selbst in diesen Prozess.

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Unsere Wachstumsschübe in 2017 erforderten das Schärfen unserer eigenen Vision: Warum und wozu tun wir das, was wir tun? Mit jedem neuem Teammitglied erhalten wir neue Perspektiven und Haltungen, welche es zu erkennen und zu integrieren gilt. Mithilfe einer Verbindung zwischen geplanter Strategie und der Reflexion täglicher Entscheidungen der Mitarbeitenden wird es zu einer wirklich gelebten Haltung von Innovation und Strategie.

Um diese Haltung zu entwickeln, können verschiedenste Methoden genutzt werden: Das Modell Why-How-What hilft uns, unsere Vision klar auf den Punkt zu bringen und intern zu kommunizieren – das stärkt unser Team und auch das verwegene Ganze. Die Business Model Canvas ist in unserem Fall ein steter Begleiter (Modelle zum Beschreiben von Geschäftsmodellen gibt es ja viele) und hilft uns unser Geschäft in Worte zu fassen, Lücken zu identifizieren, Widersprüche zu erkennen – und Stärken zu feiern! Daraus purzeln dann schon fast automatisch die relevanten Handlungsfelder, die wir im Auge behalten und vor allem aktiv bearbeiten wollen. Ein Kanban-artiges System hilft uns, diese präsent zu halten, zu bewerten & priorisieren und vor allem im Durchfluss zu halten –ToDos im Großen und Kleinen gibt es schließlich viele, die Kunst liegt darin, Bottlenecks gar nicht erst entstehen zu lassen.

Unser eigener Strategieprozess wird uns auch im neuen Jahr stets begleiten, denn Minimal bedeutet zwar, dass es eine minimale Anzahl an Komponenten für Innovationen benötigt, jedoch gleicht die Strategiearbeit eher einem Marathon als einem Sprint. Und so freuen wir uns im neuen Jahr auf kraftvolles Dauerlaufen mit unseren Kunden – und mit uns selbst.

 

 

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ADIOL – a day in our life: Onboarding – für einen guten Start im Unternehmen

Stets aufs Neue nahmen uns die Wachstumsschübe in die Pflicht unseren “An-Bord-Nehmen”-Prozess zu verfeinern und anzupassen. Mit Sicherheit hatte jeder von uns schon einmal einen eher bescheidenen Einstieg in einen neuen Job, bei dem es mehr hakte, als rund lief. Negative Auswirkungen kann das für beide Seiten haben: Das neue Teammitglied fühlt sich überfordert und nicht willkommen, und die Führungsebene wundert sich über Bottlenecks und eine hohe Fluktuation innerhalb des Teams. Das geht auch anders …

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Vorbereitung ist alles.

Bevor Tür und Tor für ein neues Teammitglied geöffnet werden, starten wir bereits mit der konkreten Planung für den Onboardingprozess. Ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin wird zum direkten Ansprechpartner für den Neuankömmling, koordiniert die ersten Termine und sorgt für einen reibungslosen Ablauf in Sachen Technik.

Auf Grundlage der Thesen von Daniel H. Pink  zum Thema Motivation und Zufriedenheit in der Arbeitswelt strukturieren wir unsere konkreten Onboardingziele: „Autonomy“ bedeutet für uns, dass sich ein neues Teammitglied eigenverantwortlich in die Arbeitsweise und Kultur integriert. Dabei geht es nicht darum, dass ein neuer Mitarbeiter allein auf weiter Flur gelassen wird – im Gegenteil: Das neue Teammitglied legt selbst fest, wann und wo es mit den anderen Mitarbeitenden Gespräche führt, um dadurch einzelne Bereiche des Unternehmens näher kennenzulernen, Fragen zu stellen und Schnittpunkte zum eigenen Tätigkeitsfeld zu finden. „Mastery“ zielt darauf ab eigene Fähigkeiten weiterzuentwickeln und dadurch auch das Team zu stärken. So auch innerhalb unseres Onboardings. Gemeinsam definieren wir die persönlichen Ziele, verbinden sie mit unserer Vision und stellen zugleich eine Verknüpfung zum „Purpose“ nach Daniel H. Pink her, also dem Erkennen und Schärfen des übergreifenden Sinns der Tätigkeit.

Mit Kalt-Wasser-Sprung an Bord. 

Diese theoretische Basis ermöglicht es uns, eigene verwegene Onboardingschritte in die Praxis zu bringen. Neben der Vermittlung grundlegender Themen wie Haltung, Arbeitsweise, Methoden oder dem Ursprung unseres Unternehmens, bedeutet das vor allem eins für unser neues Teammitglied: ein erfrischender Sprung ins kalte Wasser! Von Tag eins kommt der oder die neue Mitarbeiter(in) zu Kundenterminen mit und erhält die Möglichkeit gewonnene Eindrücke auszutauschen und zu reflektieren. Ein Fokus liegt hierbei auf der Schaffung einer Balance zwischen Newbee-Dasein und dem Bewusstsein darüber von Anfang an an Entscheidungsprozessen beteiligt und somit wirkungsvoll zu sein.

Von der Entwicklung einzelner Onboardingschritte profitiert nicht nur das neue Teamglied, sondern auch wir als gesamtes Team. In regelmäßigen „Fragerunden“ werden die ersten Eindrücke des neuen Teammitglieds reflektiert und kritisch hinterfragt. Dadurch erhalten wir neue Perspektiven, welche uns Routinen und eingeschliffene Arbeitsweisen überprüfen und nachjustieren lassen. Um den Onboardingprozess zu intensivieren und dadurch die Wirkung zu verstärken, bieten sich die Durchführung dessen in iterativen Schleifen an. Fehler und Rückschritte sind Pflichtprogramm, denn nur so bleiben alle an Board und ziehen an einem Strang – auch über das Onboarding hinaus.

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MENSCHEN

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Vitáme tě, liebe Kristýna!

Vor Kurzem durften wir wieder ein neues Teammitglied willkommen heißen. Kristýna Jaklová begleitet ab sofort unsere Berater und ist sowohl für die Produktentwicklung als auch für die Qualitätskontrolle verantwortlich. Mit ihrem Master in “Sustainable Development” und ihrer Start-up Gründung sålidt ist sie eine Expertin in Sachen Nachhaltigkeit und Qualitätsmanagement.

 

Als internationaler Teil unseres Teams wird sie gemeinsam mit Unternehmen Ideen entwickeln und das sowohl kundenzentriert als auch zukunfts-orientiert.

Auch außerhalb von Hörsälen und Büroräumen schlägt Kristýna stets neue Wege ein, denkt und lebt alternative Konzepte und verbreitet voller Elan innovative, sinnstiftende Ideen.

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Schmöker des Monats

Die Logik des Misslingens: strategisches Denken in komplexen Situationen.

Dietrich Dörner (2014)


Ein Buch darf zum Klassiker werden, wenn seine Inhalte auch Jahrzehnte nach der Veröffentlichung nicht an Aktualität und Brisanz verloren haben. „Die Logik des Misslingens“ von Dietrich Dörner ist so ein Klassiker, denn auch heute macht der Homosapiens noch einiges falsch sobald er in komplexen, vernetzten Systemen Entscheidungen treffen soll.

Schmöker des Monats

Beispiele dafür bringt Dietrich Dörner genug, unter anderem das Reaktorunglück in Tschernobyl. Welche Denk- und Handlungsvorgänge er dafür als ausschlaggebend sieht, beschreibt er in der „Logik des Misslingens“ anschaulich und erschreckend einleuchtend. Natürlich ist diese Katastrophe – zum Glück – eine Ausnahme. Jedoch birgt sie gleiche Entscheidungsmuster in sich und zeigt, wie starr der Mensch seinen vorgefertigten Abläufen folgt, ohne sie zu reflektieren und entsprechend anzupassen.

Um diesen Mustern näher auf die Spur zu kommen und wissenschaftlich zu belegen, entwickelte Döner eine Reihe von Computersimulationen mit Versuchspersonen, die mit einem komplexen, vernetzten und dynamischen System konfrontiert werden und darin verschiedene Aufgaben lösen müssen. Die Versuchspersonen werden beispielsweise zu Entwicklungshelfern bei dem Volk „Moros“ in „Tanaland, zu Bürgermeistern in der Stadt „Lohhausen“ oder sollen als Feuerwehrmann bei einem Waldbrand oder als eine Technikerin in einem Kühlhaus fungieren.

Nach jedem Simulationsexperiment analysiert Dörner das Verhalten der Versuchspersonen und beschreibt daraus die verschiedenen Mechanismen, die Menschen letztendlich zu Fehleinschätzungen und Fehlverhalten führten.

Die Ergebnisse klingen wie Hiobsbotschaften: falsche Auffassung von Zeitverläufen, reines Reparaturverhalten und unreflektierte Methodik. Doch, um die Verbreitung von Hiobsbotschaften geht es Dörner nicht. Vielmehr zeigt er mit „Logik des Misslingens: Strategisches Denken in komplexen Situationen.“, das Denken und Handeln erlernbar ist.

Zum „Schmöker des Monats“ ernannt, zeigt dieser Klassiker, dass den Irrungen und Wirrungen in Unternehmen eine große und unausweichliche Logik innewohnt: die Logik des Misslingens.

Und das ist auch gut so, solange wir uns von einer Nullfehlertoleranz verabschieden! Diesem Buch liegt zwar kein Zauberstab bei, aber es gibt einem die Chance und die Hilfsmittel sich nicht ausschließlich mit den ärgerlichen Knoten zu beschäftigen, sondern das gesamte Netz betrachten zu können.

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Zückt die Post Its! Für mehr Haptik im Büro.


Gärtner haben es gut. Handwerker auch und Modellbauer sowieso. Sie arbeiten täglich mit ihren Händen: bauen, kleben, graben, sähen und setzen. Sie nehmen ihre Arbeit sprichwörtlich in die Hand und am Ende des Tages sehen sie ihr Werk. Das lässt fast mutmaßen, dass sie gar nicht den Überblick verlieren können, weil sie stets ihren Arbeitsprozess vor Augen haben.

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Doch was ist mit all denen, die ihre Arbeit digital produzieren? Bei ihnen beschränkt sich die physische Berührung während der Arbeit höchstens auf das Tippen der Tastatur oder den Griff zum Telefon. Am Ende des Tages kommt dann häufig die Frage auf: „Was hab’ ich denn heute gemacht und geschafft?“. Die wenigsten erfreuen sich dann an ihrer prall gefüllten Excel-Tabelle und klopfen sich auf die Schulter…

Das Handwerk hat einen entscheidenden Vorteil zur digitalen Arbeitswelt: das Denken wird durch Haptik unterstützt. Die Arbeit mit Tastsinn löst Empfinden aus, schafft Verbindung und fördert einen kreativen Prozess.

Doch, wie ist mehr Haptik in der virtuellen Tätigkeit möglich? Ganz klar, mit einem beherzten Griff in die Post Its Kiste. Wer diese kleinen smarten Kleber lediglich für eine Spielerei hält, sollte einmal einen Blick hinter die Klebekulisse werfen. Post Its ermöglichen das Denken ganzer Gruppen zu organisieren und zu strukturieren. „Ja, aber das machen Meetings auch!“ Auf jeden Fall, allerdings haben diese die Eigenart auszuschweifen und sich in die Länge zu ziehen. Als Support können Post Its aufgrund ihrer Größe diese nervige Routine durchbrechen: kurze, knackige Aussagen gewähren uns den Fokus aufs Wesentliche. Die Arbeitsprozesse kommen schneller und leichter in den Fluss. Wir halten Gedanken und Ideen fest, wir nehmen sie in die Hand, heften sie an, hängen sie um, sehen sie an und verstehen durch Visualisierung.  Wir zerknüllen sie, wir notieren neu und sortieren flexibel um.

Am Ende des Tages werfen wir stolz mit den Armen in die Hüften gestützt einen Blick auf unser Werk: unsere Ideen und Gedanken in einem bunten, sicheren und sichtbaren Rahmen.

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ADIOL – a day in our V&T Life. Team-Challenge: Wirkungstraining


„Wir haben immer eine Wirkung – aber wir sollten sie aktiv gestalten.“ Daniela Schober.

Recht hat sie! Und so stellten wir uns der Herausforderung und holten uns Wirkungstrainerin Daniel Schober in unsere verwegenen Hallen.

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Wir fordern von unseren Kunden häufig aus dem gewohnten Tun herauszutreten, neue Perspektiven einzunehmen und eine flexible Haltung zu wahren. Mit den unterschiedlichsten Methoden leben wir das als Team auch selbst. Nun jedoch war es an der Zeit diese Entwicklung auf eine tiefere Ebene zu bringen und uns individuell die Frage zu stellen: „Wie wirke ich überhaupt?“

Sich auf die Suche nach einer Antwort zu begeben, bedeutet, sich echtem Feedback auszusetzen. In den täglichen Arbeitsroutinen fragt man selten „Wie hab’ ich hier gerade gewirkt auf dich?“ und erhält so kaum Rückmeldung auf das eigene Wirken, sei es durch Kollegen oder Kunden. Das Meiste spielt sich leider nur im eigenen Kopf ab. Das hat Vor- und Nachteile: es bewahrt einen zwar vor negativer Kritik, allerdings hemmt es sowohl die eigene als auch die Entwicklung im Team.

Den ersten „Aha“- Effekt gab es für uns durch den theoretischen Input darüber, was Wirkung überhaupt ausmacht: Inhalt 7 %, Stimme 38 % und 58 % die Körpersprache. Das bedeutet, dass wir jederzeit die Chance haben den Inhalt durch unsere Körpersprache zu unterstützen.

Um einen Eindruck von unserer individuellen Wirkung zu bekommen, wurde als Erstes eine Kamera aufgestellt und jeder durfte 3 – 4 Minuten einen verwegenen Workshopeinstieg präsentieren (Begrüßung, Vorstellung, V&T Haltung). Im Anschluss führten wir uns diese Videos zu Gemüte – allerdings ohne Ton! Erst diese Einschränkung ermöglichte es uns, genau zu erfahren wie Körper und Mimik wirken.

Die nachhaltigste Erinnerung an das Training ist wohl die der Arbeit im eigenen Team. Es ist etwas ganz anderes, sich vor die eigenen Kollegen zu stellen, zu moderieren und zu präsentieren, als vor Fremden! Wir kennen uns ja und wissen sofort, was natürlich ist und was nicht. Es kommen ganz andere und neue Facetten zutage, die im täglichen Arbeiten meist verborgen bleiben, auch wenn bereits ein großer Teamzusammenhalt besteht und die Feedback Kultur stark ist. Eine wahre Challenge, wie wir im Training erfahren durften – aber eine sehr ‚wirkungsvolle‘.

 

 

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